Schulprogramm

Schulprogramm

pädagogische Grundsätze

An der Grundschule „Rosa Luxemburg“ in Neuruppin gelten folgende pädagogische Grundsätze:

1. Wir stehen für einen handlungsorientierten, schülerzentrierten, gewaltfreien Unterricht.

2. Die Schüler sollen erfahren, wie sie sich selbständig Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten aneignen können. Modernen      Unterrichtsmethoden gegenüber sind wir aufgeschlossen.

3. Die Lust am Lernen soll geweckt, gefördert und in der ganzen Grundschulzeit erhalten bleiben.

4. Die Schule sehen wir als eine Dienstleistung, die den Kindern Bildungsinhalte vermittelt und soziale Verhaltensweisen aufzeigt und einübt. Die Eltern tragen die Hauptverantwortung für die Erziehung und Bildung ihrer Kinder und müssen ganz eng mit den Lehrerinnen und Lehrern zusammenarbeiten – gründen eine Erziehungs- und Bildungsgemeinschaft.

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorwort
  2. Voraussetzungen für das Schulleb
      2.1 Schulumfeld
      2.2 Sachausstattung
      2.3 Unterrichtsorganisation

      3. Bildungs- und Erziehungsziele

      4. Arbeitsschwerpunkte
           4.1 Zusammenarbeit mit dem Hort und der KITA
           4.2 Zusammenarbeit mit den Eltern
           4.3 Flexible Schuleingangsphase - FLEX
           4.4 Fächerverbindender Unterricht
           4.5 Lesekompetenz
           4.6 Medienkompetenz
           4.7 Förderung und Forderung
           4.8 Ganztag und Kooperationen
           4.9 Ästhetische Bildung
           4.10 Gesundheitserziehung
           4.11 Sport
           4.12 Angebote

1. Vorwort

Unsere Schule versteht sich grundsätzlich als eine lernende Institution, die sich in einem kontinuierlich stattfindenden Lernprozess befindet. Neben der Arbeit an pädagogischen Konzepten bemühen wir uns, erreichte Ergebnisse zu evaluieren, Verbindlichkeiten zu schaffen und einzuhalten. Mit den Rahmenlehrplänen des Landes Brandenburg sind uns Instrumente in die Hand gegeben, die schulintern zum Leben erweckt werden. Ausgangspunkt für alle Pläne sind die Handlungskompetenzen. Die Förderung von Fachkompetenz, Methodenkompetenz, personeller und sozialer Kompetenz sowie auch Medienkompetenz der Kinder wird als komplexes und nicht trennbares Anliegen verstanden. Das Ziel unserer Arbeit ist es, dass die Schüler*innen ausgewiesene Standards zum Ende der zweiten, vierten und sechsten Jahrgangsstufe erfüllen. Unsere Schule wird sich den sich stetig wandelnden äußeren Bedingungen anpassen. Dazu brauchen wir die persönliche Aktivität der Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen. Wichtig dafür ist die zunehmende Öffnung nach außen, begleitet durch schulinterne und außerschulische Lehrerfortbildungen, durch die Einbeziehung von außerschulischen Lernorten in die Planungen und die intensive Einbeziehung der Eltern.                                                                                                    

Im Rahmen dieses Prozesses spielt die konkrete Arbeitssituation an der Schule eine entscheidende Rolle. Wir wünschen uns Offenheit und Transparenz, Kooperation mit allen an der Schule beteiligten Personen, das Diskutieren von Meinungsverschiedenheiten sowie das produktive Bearbeiten von Konflikten. 

Wir werden dabei schon von einer Vielzahl von Eltern unterstützt und auch der Förderverein unserer Schule bringt sich mit vielfältigen Initiativen ein. Wir werden intensiver die individuellen Kompetenzen der Kinder wahrnehmen, sie aufgreifen, und dann die Selbstständigkeit der Kinder in den Mittelpunkt stellen. Dementsprechend müssen wir die 40% der Freiräume der Rahmenlehrpläne ausgestalten. Unser Ziel ist es, die Freude am Lernen und die Bereitschaft zur Erbringung von Leistungen bis zum Ende der Grundschulzeit zu erhalten. Dazu gehört, dass auch im Machen von Fehlern Chancen stecken, um weiterlernen zu können. Das Schulprogramm soll uns helfen unsere Arbeit zu professionalisieren und die genannten Ziele anzugehen. Es versteht sich als ein dynamisches Papier, das ständigen Veränderungen unterliegt und somit permanent weitergeschrieben werden muss.

2. Voraussetzungen für das Schulleben

2.1 Schulumfeld

Das Einzugsgebiet der Schule erstreckt sich auf den mittleren und westlichen Teil der Kernstadt von Neuruppin. Der deckungsgleiche Schulbezirk der Fontanestadt Neuruppin erlaubt, weiter entfernt wohnende Kinder einzuschulen bzw. zu beschulen. Zunehmend mehr werden Kinder angemeldet, so dass die Kapazität nicht immer ausreichend gegeben ist und ablehnende Aufnahmebescheide erteilt werden müssen. Viele Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 4 besuchen nach dem Unterricht den Hort, den wichtigsten Kooperationspartner im offenen Ganztag.

2.2 Sachausstattung

Das Hauptgebäude ist ein mehr als einhundert Jahre alter Backsteinbau ursprünglich als Präparandenheim gebaut und genutzt. 1934 wurde die Turnhalle errichtet. Seit 1995 wurde vom Schulträger, die Fontanestadt Neuruppin, in unregelmäßigen zeitlichen Abständen Gebäude bzw. Gebäudeteile saniert oder neu gebaut. Neue Sanitäranlagen entstanden.                                  

Im 2.Halbjahr des Schuljahres 2004/2005 erfolgte im Seitengebäude der Ausbau des 1. Obergeschosses und des Dachgeschosses. Seit dem Schuljahr 2005 ist der Hort, Träger ist die Fontanestadt Neuruppin, Nutzer. Im Schuljahr 2013/ 2014 wurden mit der Einweihung des Hortanbaus günstigere Bedingungen für die Nachmittagsbetreuung geschaffen.                                                 

Mit dem Schuljahr 2006/2007 wird die Grundschule als Ganztagsschule in offener Form entwickelt. Zur Umsetzung des Konzeptes und auch zwecks Einhaltung des Brandschutzes und der Hygienebestimmungen erfolgten ab Juli 2007 bis in den Herbst 2008 erhebliche Umbaumaßnahmen und Renovierungsarbeiten bei laufendem Schulbetrieb. Im Keller sind neben Betriebsräumen ein Kreativraum, ein/e Werkraum/Werkstatt, eine Schülerküche und die Cafeteria eingerichtet. Im Erdgeschoss befinden sich Klassenräume/Teilungsräume  unserer Jüngsten. Der Lichthof findet für Präsentationen von Schülerarbeiten Verwendung, so auch die Wände über den Kleiderhaken. Die FLEX-Räume halten Medieninseln für Lernprogramme vor. Im 1.Obergeschoss befinden sich Büroräume, das Lehrerzimmer und Klassenräume/Teilungsräume. Der Lichthof ist als Rückzugsort eingerichtet. Im 2.Obergeschoss befinden sich neben weiteren Klassenräumen der Raum für die Sonderpädagogin und eine „große Medieninsel“ mit 10 Schülerarbeitsplätzen, die alle einen Internetzugang haben. Diverse Räume werden im Ganztag genutzt. Der Lichthof ist als Bibliothek eingerichtet. Das Dachgeschoss ist dem Fachunterricht für Naturwissenschaften und Musik vorbehalten, aber auch für Vorbereitungsräume und Lagerräume. Außerdem gibt es einen Förder- und einen Klassenraum. Die Turnhalle gestattet einen regulären Unterricht. Eine Doppelbelegung wird auf ein notwendiges Mindestmaß reduziert. Nach dem Unterricht ist die Turnhalle von Montag bis Freitag mit nachunterrichtlichen sportlichen Angeboten ausgelastet. Die wesentlichen leicht-athletischen Sportarten werden im Außenbereich durchgeführt. Seit 2015 verfügen wir über eine moderne Lauf-/ Weitsprunganlage. Die Außenanlagen sind begrünt. Verschiedene Spielgerätekombinationen ermöglichen den Kindern eine sinnvolle Bewegung in den Hofpausen und in der Freizeit. Die Kinder sind verantwortlich für die Gestaltung und Pflege des Schulgartens. Das grüne Klassenzimmer lädt zum Lernen und Verweilen im Freien ein.

2.3 Unterrichtsorganisation

Die Grundschule „Rosa Luxemburg“ in Neuruppin ist eine zweizügige Grundschule (nicht in der Jahrgangsstufe 2) mit einem FLEX-Angebot. Das Kollegium besteht aus 15 Lehrkräften, davon 1 Sonderpädagogin mit der sonderpädagogischen Qualifikation „Lernen“, der Schulsachbearbeiterin und dem Hausmeister. Die ca. 270 Schüler*innen verteilen sich in diesem Schuljahr auf zwei jahrgangsgemischte FLEX-Klassen, eine erste Klasse, eine zweite, zwei dritte Klassen, zwei vierte Klassen, zwei fünfte Klassen und zwei sechste Klassen. Seit dem Schuljahr 2016/17 erstellten die Lehrkräfte das Schulinterne Curriculum (SchiC) auf der Grundlage der neuen Rahmenlehrpläne Berlin/Brandenburg Jgst. 1 – 10.

3. Bildungsziele und Erziehungsziele

Das Land Brandenburg hat bildungspolitische Schwerpunkte gesetzt, wie

die Förderung der Lesekompetenz in der Schule,

die Förderung der mathematischen Kompetenzen,

die Digitalisierung.

Für unsere Gesellschaft gelten folgende typische Bereiche grundlegender Bildung

  • das Anbahnen von Wertorientierungen durch das Auseinandersetzen mit den Grundfragen des menschlichen Zusammenlebens
  • das Beherrschen der Sprache in Wort und Schrift
  • das Gewinnen elementarer Einsichten in mathematische und naturwissenschaftliche Phänomene
  • die Selbstregulation des Wissenserwerbs
  • die bewusste, selektive und produktive Nutzung von Medien
  • fremdsprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • der Erwerb und die Differenzierung ästhetischer Ausdrucks- und Gestaltungsformen sowie des körperlichen und motorischen Handlungsrepertoires
  • die Fähigkeit zur Selbst- und Mitbestimmung sowie zum solidarischen Handeln.

In der Grundschulverordnung stehen folgende Aufgaben und Ziele, die für alle Grundschulen verbindlich sind:

Jede Schülerin und jeder Schüler ist durch differenzierende und individualisierende Maßnahmen im Unterricht entsprechend den individuellen Leistungen, Begabungen und Neigungen zu fördern und zu fordern. Sie sind so zu fördern, dass sie sich unter Berücksichtigung ihrer individuellen Lernmöglichkeiten und Erfahrungen ganzheitlich in ihrer Persönlichkeit entwickeln können,   

  • zukunftsorientierte sachliche, methodische, soziale und personale sowie mediale Kompetenzen aufbauen können und grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in Inhalt und Form erwerben, die sie befähigen, sich in ihrer Lebenswelt handelnd zu orientieren
  • über kindgemäß offene Lernformen zu selbstständigem Denken, Lernen und Arbeiten geführt werden, wobei Lernfreude, Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft erhalten und weiterentwickelt werden sollen. Unterschiedliche Lern-, Leistungs- und Entwicklungsbeeinträchtigungen sollen durch individuelle Hilfen ausgeglichen und Formen des gemeinsamen Unterrichts individuell entwickelt werden.

In den folgenden Beschreibungen wird dargestellt, wie diese grundlegenden Bildungs- und Erziehungsziele an unserer Schule umgesetzt werden.

4. Arbeitsschwerpunkte

4.1 Zusammenarbeit mit der Kita/Hort

Unser hauptsächlicher Partner in der vorschulischen Bildung und Erziehung sind die Kitas  in öffentlicher und freier Trägerschaft. Zwischen der beauftragten Lehrkraft und den Leiterinnen findet ein reger Austausch statt, der aber durch die Vielzahl von Kitas in der Stadt Neuruppin, zur Zeit sind es 14, erschwert ist. Mit zwei Einrichtungen sind Kooperationsverträge abgeschlossen. Zu einer dritten und vierten bestehen enge Kontakte. Die beauftragte Lehrkraft informiert Eltern, deren Kinder im darauf folgenden Schuljahr eingeschult werden, schon im Herbst des letzten Kitajahres auf Elternversammlungen in der Kita über das Einschulungsverfahren. Sie führt Gespräche mit den Einschülern und deren Eltern. Bei Bedarf werden die Kinder in der Einrichtung beobachtet und mit den Erzieher*innen der Entwicklungsstand der Kinder diskutiert. In bewährter Tradition haben Eltern, schulpflichtig werdende Kinder und Freunde der Schule am Tag der offenen Tür die Möglichkeit, sich über die Gegebenheiten zu informieren. Im Frühjahr erfolgen auf der Grundlage des Kieler Einschulungsverfahrens Einschüler*innengespräche.  Im laufenden Schuljahr besuchen einige zukünftige Schüler*innen ihre Grundschule und nehmen probeweise am Unterricht teil. Anschließend werden nach pädagogischen Gesichtspunkten die Klassen gebildet. Im Juni wird zur Elternversammlung eingeladen. Die zukünftige Klassenlehrkraft und die Horterzieherin werden vorgestellt und die Einschulung weiterhin vorbereitet. Mit dem Hort soll eine stärkere Kooperation bei der Organisation und Gestaltung schulischer Höhepunkte erfolgen dazu wurde ein kulturell- ästhetische Konzept erarbeitet und mit dem Hort abgestimmt. Außerdem soll es verbindliche Absprachen zur Ausführung und Betreuung der Hausaufgaben im Hort geben.

4.2 Zusammenarbeit mit Eltern

Viele Eltern sind bereit, konstruktiv mit der Schule zusammenarbeiten. Auf diese Weise ist der Lern- und Erziehungserfolg       bei den Schülerinnen und Schülern gewährleistet. Inwieweit Elternarbeit ihr Ziel erreicht, hängt von Bedingungen ab:

  • Effektive Elternarbeit erfordert regelmäßige und ganz alltägliche Kontakte zwischen Schule und Elternhaus – auch aus erfreulichem Anlass (nicht nur beim Bewältigen von Problemen oder Lösen von Konflikten, nicht nur Kontaktmöglichkeiten in der Schule, sondern auch bei zufälligen Begegnungen).
  • Entscheidende Voraussetzung erfolgreicher Elternarbeit ist eine vertrauensvolle Atmosphäre zwischen Schule und Elternhaus (neben den kollektiven auch individuelle Kontakte zwischen Eltern und Lehrkräften schaffen, bei Gewährleistung einer zu praktizierenden Gesprächskultur).
  • Erfolgreiche Elternarbeit erfordert regelmäßigen Informationsaustausch zwischen Schule und Elternhaus (nicht nur von der Schule zu den Eltern organisieren, sondern auch umgekehrt von den Eltern erhalten und einholen: über den familiären Hintergrund, das soziale Umfeld, ihre Interessen, ihre Hobbys, ihren Medienkonsum...). 
  • Erfolgreiche Elternarbeit schließt Lern- und Erziehungskooperation zwischen Schule und Elternhaus ein (Eltern unterstützen die Schule durch klare Strukturierung des Familienalltags, Begleitung des Zeitmanagements und außerschulischer Aktivitäten, elterliches Interesse an Schule und an den Lernfortschritten, verbunden mit realistischen Leistungserwartungen; Begleitung der Hausaufgabenerledigung).
  • Erfolgreiche Elternarbeit räumt möglichst vielen Eltern Mitbestimmungsmöglichkeiten ein. 
  • Erfolgreiche Elternarbeit schließt Zusammenarbeit mit Personen und Einrichtungen am Ort und in der Region ein.
  • Fach- und Klassenlehrer*innen stehen für Elterngespräche nach  Terminvereinbarung immer montags zur Verfügung. 
  • In Folge der Pandemie 2020/21 erfolgen Gespräche auch per Telefon oder über den Big Blue Button der Schul-Cloud.
4.3 Flexible Schuleingangsphase – FLEX

An unserer Schule wird seit dem Schuljahr 2003/2004 nach den pädagogischen Standards der FLEX unterrichtet. Die pädagogischen und fachlichen Standards laut Rahmenlehrplan werden auf die Besonderheiten des Arbeitens in FLEX-Gruppen ausgerichtet. Besonderer Wert wird auf die Entwicklung der Selbstständigkeit des Lernens verschiedener Altersgruppen mit- und voneinander und auf fächerverbindende und übergreifende Elemente gelegt. Zur Umsetzung dieser Standards arbeiten die FLEX-Klassen im jahrgangsübergreifenden Unterricht mit Wochen- und Tagesplänen, Stationslernen, Projekten und Werkstätten. Sie nutzen Partner- und Gruppenarbeit und viele andere kooperative und praktische Lernformen und Kompetenzen.

  • Die Lehrkräfte ermitteln die Lernausgangssituation (Kitaeinschätzungen, Lernstandanalysen, förderdiagnostische Lernbeobachtung) und stellen die Anforderungen an die Schüler individuell zusammen (individuelle Lernpläne mit regelmäßiger Aktualisierung). Dies erfolgt in den Klassenteams: kleine Teams (Klassenlehrkraft, Teilungslehrkraft, Sonderpädagogin) und in gewissen Abständen in großen Teams (Lehrkräfte beider Klassen und eventuell Schulleitung).
  • Es werden zu Beginn besondere Regeln für das Lernen und Verhalten mit den Kindern erarbeitet und für sie verständlich sichtbar gemacht. Die Einhaltung der Regeln wird beständig kontrolliert und in Gesprächskreisen ausgewertet. Neue Ziele und Maßnahmen werden individuell mit den Kindern, den Eltern und den Hortnerinnen abgestimmt.
  • Die Lerninhalte orientieren sich wie in den Regelklassen an  den Rahmenlehrplänen der entsprechenden Jahrgangsstufen.
  • Die Bewertung erfolgt nach Vereinbarung in den Teams. Vorwiegend werden motivierende visuelle Mittel und Worturteile verwendet. Wöchentlich wird in Gesprächskreisen und Klassenräten das Verhalten mit den Schülern analysiert und Schlussfolgerungen werden gezogen.
4.4 Soziales Lernen und fächerverbindender Unterricht

Erfahrungsgemäß haben sich in den letzten Jahren die Lernausgangslage, die Anstrengungsbereitschaft und die Motivation der Kinder stark verändert. Auf diese Bedingungen muss Schule angemessen reagieren. Dabei steht das selbstständige Lernen im Vordergrund. Jedes Kind hat seine Stärken. Diese grundsätzliche Motivation wird aufgegriffen, indem auch mit offenen Unterrichtsmethoden bei den Stärken der Kinder angesetzt wird. Offene Unterrichtsarbeit, wie z.B. Lernen an Stationen, Partner- und Gruppenarbeit, projektorientierte Arbeitsweisen, Werkstattarbeit, die eigenständige Bearbeitung von Themenstellungen und Wochenpläne geben uns wesentlich mehr Differenzierungswerkzeuge in die Hand und entwickeln die Selbstständigkeit der Kinder. Dabei spielen Lob, das Aufgreifen von Leistungsbereitschaft, das Fördern von Lernneugier, aber auch Rückmeldungen zu den Lernentwicklungen und die Überprüfung von Lernfortschritten eine entscheidende Rolle.

Unterstützend hierbei sind auch die Schülerpatenschaften zwischen den Erst- und Viertklässlern. So wird den Jüngsten der Einstieg in das Schulleben erleichtert, da sie einen Ansprechpartner für sich in der Schülerschaft haben. Schüler höherer Jahrgangsstufen zeigen den Jüngeren was sie durch ihr Lernen können und motivieren sie zum eigenen Lernen.

  • Kinder lernen mit und voneinander. 
  • Kinder lernen mit allen Sinnen. 
  • Kinder lernen an Aufgaben, die für sie wichtig sind. 
  • Kinder lernen über eigene Erfahrungen. Kinder lernen im Spiel. 
  • Kinder lernen selbstständig und über eigenes Probieren.

Diesen Anforderungen müssen wir gerecht werden. Zur Entwicklung der Sachkompetenz (Wissen), der Methodenkompetenz (flexible Nutzung von Lern- und Arbeitsmitteln sowie Lernstrategien), der sozialen Kompetenz (kommunikative und kooperative Zusammenarbeit) und der personalen Kompetenz (Entwicklung der individuellen Persönlichkeit) der Kinder muss der Unterricht ganzheitlicher werden.

Fachübergreifende und fächerverbindende Unterrichtsformen dienen dem Ziel. Der Unterricht wird exemplarisch in jeder Jahrgangsstufe für mehrere Fächer inhaltlich und zeitlich aufeinander abgestimmt und mit offenen Unterrichtsmethoden erprobt und evaluiert. Ganzheitlich erworbenes Wissen im fächerverbindenden Unterricht fördert die Kompetenz der Kinder. Auf die Entwicklung dieser Kompetenzen wird im Unterricht verstärkt geachtet. Die entsprechenden Lehrerteams legen fest, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten besonders geschult werden. Durch regelmäßige Informationen werden die Eltern in diesen Prozess integriert. Durch die genannten Maßnahmen und die Präsentationen der Arbeitsergebnisse erwerben die Kinder die Qualifikationen, die sie für das anstehende lebenslange Lernen im beruflichen und privaten Bereich brauchen. 

4.5 Lesekompetenz/Sprachkompetenz

Die Maßnahmen zur Steigerung der Lesekompetenz haben zu einer Steigerung der Lesefreude geführt.

Die Fachkonferenz „Deutsch“ hat ein Konzept zur Förderung der Lesekompetenz erarbeitet, welches sich am Projekt Leseband Brandenburg orientiert. Hier werden in jeder Klassenstufe und in jedem Fach feste Lesezeiten umgesetzt. Mit der Steigerung des Leseflusses und der Lesegeschwindigkeit soll das verstehende Lesen verbessert werden. Eltern  und Großeltern werden in die Leseförderung mit einbezogen.

Mit der Stadtbibliothek besteht ein Kooperationsvertrag. Die Klassenstufen 2 und 5 unternehmen einen Unterrichtsgang in die Bibliothek. Im November führt die Jahrgangsstufe 6 ihren Vorlesewettbewerb durch. Es wird die beste/der beste Leserin/der Leser mit Hilfe einer Fachjury ermittelt, um dann bei den Stadtmeisterschaften der Stiftung Lesen teilzunehmen und sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren. Die Jahrgangsstufen 2 bis 5 ermitteln ihre Besten im März. Die Schulbibliothek ist auch während der nachunterrichtlichen Zeit zu nutzen und wird durch Buchspenden stetig erweitert. Die Arbeit mit den Nachschlagewerken muss weiter gefördert werden. Die Schüler üben das Schreiben am PC.

Alle Klassenstufen nehmen regelmäßig am Kinder- und Jugendliteraturfestival der Stadt Neuruppin teil. Der Rotary-Club spendet jährlich den Zweitklässlern ein Kinderbuch, das im Unterricht gelesen und besprochen wird. Anlässlich des Welttages des Buches erhalten die Schüler*innen durch die Fontanebuchhandlung Neuruppin eine kostenlose Geschichten-sammlung. Unsere Schule nimmt am Vorlesetag der Stiftung Lesen teil und arbeitet dabei mit Personen des öffentlichen Lebens zusammen. In den Herbstmonaten haben wir regelmäßig Autoren von Kinderbüchern zu Gast, die ihre Bücher vorstellen und daraus vorlesen. Dadurch wollen wir das Interesse unserer Schülerinnen und Schüler am Lesen und Vorlesen verstärken.

Wir nehmen die Steigerung der Rechtschreibleistungen ab Jahrgang 3 verstärkt in den Fokus unserer Arbeit an den sprachlichen Kompetenzen. Dies geschieht durch die Übung rechtschreibwichtiger Wörter und normgerechtes Schreiben in allen Fächern.

4.6 Medienkompetenz

Die Medienkompetenz der Schüler*innen wird vielfältig unterstützt. So gibt es „Leseecken“ in den Räumen, im 2. Obergeschoss ist eine kleine Schulbibliothek für alle nutzbar, in Gesprächskreisen wird mit regionalen Tageszeitungen (MAZ Zeitungsflirt) und Zeitschriften (Zeitschriften in die Schulen) gearbeitet. Alle Kinder nehmen mindestens ein Mal im Schuljahr ein Angebot von FILMERNST wahr. 

In allen Jahrgangsstufen wird kontinuierlich der PC als Kommunikations- und Darstellungsmittel genutzt. 

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 werden vor allem während des Neigungsunterrichtes die Fähigkeiten der Kinder im Umgang mit dem Computer besonders geschult. Sie lernen mit verschiedenen Programmen die Bearbeitung von Texten, Bildern und Tabellen, entwickeln Fertigkeiten zur Recherche von Informationen aus dem Internet.

Für das individuelle Lernen und Üben stehen allen Jahrgangsstufen insgesamt  88 Laptops zur Verfügung.

Für die Zeit eines möglichen Distanzunterricht sind alle Schüler*innen in der Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts angemeldet. Im Schuljahr 2019/20 wurden hier schon gute Erfahrungen gemacht. Durch Lehrkräfte eingestellte Aufgaben konnten/können die SuS abrufen, erledigen und zur Kontrolle wieder hochladen.

4.7 Förderung und Forderung

In jeder Unterrichtstunde wird mit den geeigneten Methoden durch Individualisierung des Unterrichts gefördert und gefordert. Besonders wertvoll sind dabei die der Schule zur eigenen Verwendung vorgehaltenen Stunden aus dem Differenzierungsbereich und der Vertretungsreserve. Sehr von Vorteil ist auch die Stärkung des Kollegiums durch eine Sonderpädagogin. Ein kontinuierlicher Kompetenztransfer zwischen Grundschulpädagogik und Sonderpädagogik findet so vor Ort statt. Sonderpädagogische Förderung in den Schwerpunkten „Lernen“ und „soziale-emotionale Entwicklung“ erfolgt durch eine Lehrkraft aus dem eigenen Lehrerteam.

In den Jahrgangsstufen 1, 3, 5 werden innerhalb der ersten 6 Wochen für jede Schülerin und jeden Schüler eine Lernstandanalyse in den Fächern Deutsch und Mathematik angefertigt, mit Beginn des Schuljahres 2019/20 online. Als Ergebnis dieser Analyse können sowohl Fördermaßnahmen und Förderpläne als auch Maßnahmen zur gezielten Förderung begabter Kinder entstehen und umgesetzt werden. Werden bei Kindern besondere Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen vermutet, werden sie diagnostiziert und erhalten eine gezielte Förderung. Die Schwerpunktstunden werden in den Jahrgängen 1/ 2 für die Förderung der sprachlichen Kompetenzen und in den Jahrgängen 3/ 4zur Förderung der mathematischen Kompetenzen genutzt.

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 wird einstündig pro Woche der neigungsdifferenzierte und jahrgangsübergreifende Unterricht geplant und durchgeführt. Lehrer stellen Angebote vor. Die Anzahl der Angebote wird von den zur Verfügung stehenden Stunden bestimmt. Inhalte und Themen sind basierend auf den persönlichen Voraussetzungen der Lehrkräfte und sächlichen Gegebenheiten des Schulstandortes zu gestalten.

 In den 5. Klassen wird einstündig pro Woche in den Fächern Deutsch und Mathematik der leistungsdifferenzierte Unterricht durchgeführt.

In den 6. Klassen kommt das Fach Englisch hinzu. Hier werden die Kinder entsprechend ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten klassenbezogen in Kursen zusammengefasst, was eine Förderung leistungsschwächerer Schüler*innen darstellt und die leistungsstarken Schüler*innen angemessen fordert.

Viele Wettbewerbe im Sport (Schulsportfest, Schulmeisterschaften und Jugend trainiert für Olympia im Handball, Fußball, Volleyball, Zweifelderball, der Leichtathletik, einige Wettkämpfe der Kinder- und Jugendsportspiele, Schulschach- und Landeswettbewerbe); die Lesewettbewerbe der Schule und der Stadt, die Schulmathematikolympiaden und Känguru, die Stadtmeisterschaften im Fahrradfahren, das Drachenbootrennen zeigen, wie vielfältig unsere Schüler*innen ihren Interessen und Neigungen nachgehen können und das sie erfolgreich an Wettbewerben teilnehmen.

4.8 Schulpartnerschaft

Seit dem Herbst 2005 besteht eine Schulpartnerschaft mit einer Grundschule in Podmokle Małe (Republik Polen), einem Ortsteil von Babimost, einer Partnerstadt von Neuruppin. Hier werden mittlerweile Kinder der Jahrgangsstufen 1 – 8 beschult von 8 bis 10 Lehrkräften. Jährlich findet eine thematisierte Lehrerbegegnung sowohl in Posemuckel als auch in Neuruppin statt. Schülerinnen und Schüler begegnen sich gegenseitig mehrtägig mit Unterstützung von Schule und Schulträgerschaft in der jeweiligen Region. 

4.9 Kooperationen / Partner

Als Grundschule mit Ganztagsangeboten in offener Form sind Partner aus dem Gemeinwesen unerlässlich. Die Schule hat Kooperationsvereinbarungen mittelfristig aber auch längerfristig mit dem städtischen Hort „Hummelnest“, mehreren Ehrenamtlichen und Honorarkräften, dem HC Neuruppin e.V. Der Hort gestaltet die außerunterrichtliche Zeit von Montag bis Freitag bis 16.30 Uhr für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 und die anderen Kooperations-Partner für die Jahrgangsstufen 5 und 6 von Montag bis Donnerstag bis 14.10 Uhr.

Weitere Partner sind die ASB I-KITA „BUMMI“, die städtische KITA „KUNTERBUNT“, die städtische Bibliothek, die Polizeiwache Neuruppin, die Freiwillige Feuerwehr Neuruppin, die Musikschule „Fröhlich“, der Landesforstbetrieb Neuruppin/Alt Ruppin, LANDaktiv - die Initiative für den ländlichen Raum, die Stadtwerke Neuruppin, Schüler*innen des Gymnasiums „Karl-Friedrich-Schinkel“ Neuruppin, der zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes OPR und das Museum Neuruppin.

Überwiegend werden die Partner zur Unterstützung/Begleitung der Präventivarbeit hinsichtlich der Gesundheit, Sucht, Verkehr, Mobbing (Gewalt) für den Unterricht aber auch zur Gestaltung von thematisierten Wandertagen, Projekttagen, Umweltthemen, Unterrichtsgängen oder Wettkämpfen. Die Nutzung außerschulischer Lernorte wird über diese Kooperationen verstärkt. Um uns im Bereich Demokratiebildung weiter zu entwickeln, wollen wir uns wieder verstärkt im Schülerparlament der Stadt Neuruppin einbringen.

4. 10 Musisch kreative Bildung und Erziehung

An der Schule gibt es Innovationen dieser Art durch den Unterricht, die Neigungsdifferenzierung und durch Arbeitsgemeinschaften. Begabungen werden gefördert, Selbstvertrauen geschaffen oder gestärkt durch die Mitgestaltung der Höhepunkte der eigenen Schule und bei öffentlichen Auftritten. Den Schülerinnen und Schüler stehen 25 Ukulelen zur Verfügung. Mit Beginn des Schuljahres 22/ 23 wurde eine Bläserklasse im Jahrgang 4 in Kooperation mit der Kreismusikschule eingerichtet. Dieses setzt sich jährlich mit den nachrückenden Jahrgängen fort. Ziel ist der Aufbau eines Schulorchesters au den Jahrgängen 4- 6.

4. 11 Gesundheitserziehung

Die Gesundheitserziehung ist fester Bestandteil der Rahmenlehrpläne. Daher sollen hier nur besondere Maßnahmen genannt werden.

In Vereinbarung mit den Eltern sollte täglich ein gesundes Frühstück mitgegeben werden. Kinder, die Mineralwasser, Obstschorlen oder ungesüßten Tee mitbringen, dürfen auch im Unterricht trinken. Über Körperhygiene, vor allem vor dem Essen, nach dem Sportunterricht, nach dem Toilettengang, bei Ausbreitung von Infektionskrankheiten wird mit den Kindern aber auch mit den Eltern geredet. Projekte zur Zahnhygiene in und außerhalb der Schule sind fester Bestandteil.

Um das Gewicht der „Schulmappen“ zu verringern, wird ständig darauf Einfluss genommen, dass nur die Materialien mit in die Schule gebracht werden, die der Stundenplan erfordert.

In den Pausen können die Kinder durch selbstgewählte Bewegungsspiele, Ballrückschlagspiele die „Spieltonne“ oder die vielgestaltigen Spielplatzgeräte zum Klettern, Balancieren, Hangeln, Springen … sich austoben und ihre Motorik schulen.

4.12 Sport

In jeder Klasse werden 3 Stunden Sport pro Unterrichtswoche durch qualifizierte Lehrkräfte erteilt. Der Hallenbelegungsplan ist so gestaltet, dass die geringstmögliche Anzahl von Doppelbelegung entsteht. Ist eine Doppelbelegung nicht zu vermeiden, nutzen die Halle Klassen möglichst eines Jahrganges.

In den Außenanlagen stehen eine Laufbahn, Rundlaufbahn, eine Weitsprunggrube, eine Kugelstoßanlage sowie ein Bolzplatz zur Verfügung. In der Jahrgangsstufe 3 wird Schwimmunterricht erteilt.

Teilnahme an regionalen Wettkämpfen:

  • Jugend trainiert für Olympia
  • Kreis-, Kinder- und Jugendspiele
  • Wettkämpfe des Kreissportbundes
  • Schulmeisterschaften
  • Schulsportfest
  • Vereinssport
4.13 Angebote

In jedem Schuljahr finden verschiedene Aktivitäten statt. Dazu entsteht zum Schuljahresbeginn ein Plan, der von den Mitwirkungsgremien gestaltet wird. 

 

Letzte Evaluationen: 08.06.18 / 08.08.19 / 20.09.2021/ 09.10.2023

Beschlussfassung auf der Schulkonferenz am 16.10.202

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